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„Einmal Küche zum Mitnehmen bitte!“

Rückblickend betrachtet, war unser Hauptproblem gar nicht die Küchenplanung an sich, sondern die Fragestellung „Wie werden wir in Zukunft leben?“ und „Wie werden wir die Küche nutzen?“. Schon bei der Grundrissplanung war das eine heiße Diskussion zwischen meinem Mann und mir. Soll die Küche ein separater Raum werden, mit Wänden und einer abschließbaren Tür? Dagegen wehrte ich mich mit Händen und Füßen und versuchte meinen Mann zu überzeugen. Allerdings reagierte er auf meine Argumente nicht wirklich und so haben wir eigentlich mit JEDEM der uns über den Weg lief über diese hoch philosophische Frage diskutiert. Die mehrheitliche Meinung war, eine Wohnküche ist praktischer und familienfreundlicher. Dann lieber ein separates (und abschließbares!) Wohnzimmer mit einem hübschen Sofa. Da das Sofa dann in einem eigenen Zimmer mit Türen steht, können auch keine Katzenkrallen das Sofa ruinieren oder süße Kinder mit klebrigen Grapschfingern das Sofa knuddeln. Zumindest stellen wir uns das als kinderloses Ehepaar so vor. Ein äußerst hübsches und sehr bequemes Sofa haben wir auch schon gefunden, aber ich schweife ab.

Nach der Grundrissplanung mussten wir uns irgendwann mit einem Küchenstudio auseinander setzen. Als mutige Ehefrau ging ich mal vor und erarbeitete in einem Küchenstudio einen ersten Entwurf. So 100 % entsprach das zwar noch nicht unseren Vorstellungen, aber es war schon mal eine vernünftige Diskussionsgrundlage. Abgesehen davon, war das eh alles viel zu teuer. Inzwischen ist „Das ist alles unbezahlbar!“ der Lieblingssatz meines Mannes und so ganz Unrecht hat er nicht.

Ursprünglich wollte ich ja eine Massivholzküche von Team 7 und einen gefliesten Fußboden, da pflegeleichter. Ich hatte mich hoffnungslos in die Küchenserie „Loft“ verknallt.

Planungsbeispiel einer Loft Küche von Team 7

Ausversehen sind wir zufällig in den Flagshipstore in Stuttgart gestolpert. Der Verkäufer hatte die Aufmerksamkeit meines Mannes als er demonstrierte wie man eine Kochinsel stufenlos hoch- und runterfahren kann. Die Augen meines Mannes begannen zu funkeln wie bei einem kleinen Kind zu Weihnachten. Als wir dann weiter durch den Shop streiften und mein Mann an der Loft Küche stand, verstand er ein bisschen warum ich diese Küche so unfassbar toll fand. Allein die Griffigkeit vom Holz löste ein warmes, wohliges Gefühl ums Herz aus. Diese Küche war so durchdacht und dabei so schön. Man muss dazu sagen, wir sind beide große Fans von Holz. Diese Liebe starb allerdings einen sehr plötzlich und schnellen Tod als der Preis unserer Küche abschätzbar wurde. Zugegeben, es war kein überraschendes Ende, dennoch tat es weh. Natürlich war es rational die beste aller Entscheidungen, aber das Herz brauchte noch ein bisschen um sich zu verabschieden und die Suche ging weiter.

So landete ich wieder in dem ersten Küchenstudio und inzwischen waren mein Mann und ich uns in der Grundaufteilung einig. Statt einer großen U-Form oder einer L-Form mit Kochinsel sollten es drei Küchenzeilen werden. Eine Zeile ist 3 m lang und 2,20 m hoch, sie steht in einer Nische die irgendwann mal eine Speisekammer war. Hier sollen alle Elektrogeräte, bis auf den Herd, ihrem Platz finden. Der Herd findet in der Kochinsel seinen Platz, sie wird wahrscheinlich an die 2,70 m lang sein. Gegenüber der Kochinsel ist dann die Kochzeile mit der Spüle.

Ganz am Anfang meiner persönlichen Überlegungen stand mal der Gedanke einer weißen Küche mit Holzarbeitsplatte. Also habe ich mir viele weiße Küchen angeschaut und bereits nach kurzer Zeit habe ich mich daran satt gesehen. Also war für mich klar, in mein Haus kommt keine weiße Küche. In der Zwischenzeit haben wir uns für einen Parkettboden entschieden und der Küche wird teilweise gefliest. Also kann die Küche ein bisschen Farbe vertragen. Das Küchenstudio kann die gesamte RAL-Farbpalette anbieten. Beim stöbern fiel mich das Zementgrau an (RAL 7033). Die Kombination von Holz und diesem graugrün fand und finde ich toll.

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Als letzte Woche die Bilder vom Küchenstudio kamen, war ich begeistert von der Farbzusammenstellung. Die Griffe an der großen Einbauwand empfinde ich persönlich als störend und sie werden noch verschwinden. Auch fehlen noch Steckdosen. In unserer jetzigen Küche war die Planung der Steckdosen offensichtlich kein Schwerpunkt. Anders kann ich mir ich die Steckdosen über der Spüle nicht erklären.

Seit letzter Woche schaue ich mir nun also das Bild unserer zukünftigen Küche an und umso länger ich das Bild anstarre, umso weniger gefällt mir die Aufteilung. Die Küchenzeile am Fenster wirkt auf mich immer mehr wie ein einsamer Indianer der, warum auch immer, da sein muss. Ich denke, ich werde mit dem mit dem Küchenmann mal die Möglichkeiten erörtern, ob es nicht doch irgendwie eine sinnvolle und hübsche Variante gibt aus dem einsamen Indianer eine L-Form zu basteln. Ich befürchte nur unser Küchenmann schmeißt mich irgendwann raus.

 

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