Hausblog

Das Bauamt.

Man sagt, was lange währt wird endlich gut. Seit Januar sind wir mit dem örtlichen Bauamt und dem Städtebau im Gespräch. Wir wollen ein vorhandenes Haus abreißen und ein neues hinstellen. Das Grundstück befindet sich in einer Straße für die es keinen Bebauungsplan gibt. Also legt der Städtebau anhand der Nachbarn fest, was und wie gebaut werden darf. Das sind keine in Stein gemeißelten Daten, man geht in das Gespräch und versucht sich auf eine Lösung zu einigen.

Wir haben eine Menge Wünsche. Unter Anderem soll man von der Garage durch eine Tür ins Haus kommen. Mein Mann und ich haben über die Garage circa ein Jahr gestritten. Also ich meine wirklich gestritten, nicht ein bisschen diskutiert. Wir sind beide sture Esel und wollen beide unseren Dickschädel durchsetzen. Ich wollte einen Carport, schließlich muss das Auto ja irgendwohin. Mein Mann eine Garage. Er hat Bauordnungen studiert und viel Hirnschmalz in die Garagen-Frage gesteckt. Unser Grundstück ist nur 18 m breit und ich wollte (eigentlich will)  keine Garage im Haus. Der Kompromiss war 50/50. Halbe Garage im Haus, andere Hälfte neben dem Haus. Das wichtige dabei ist, dass die Garage baurechtlich ein eigenständiges Gebäude bleibt. Also es werden quasi zwei Gebäude geplant die am Ende halb ineinander gesteckt werden. Eine der großen Fragen war, ob wir eine Verbindungstür zwischen Garage und Haus bauen dürfen und wo die Garage auf dem Grundstück gebaut werden darf. Um die dreimonatige Diskussion mit dem Bauamt abzukürzen: Ja, wir dürfen eine Verbindungstür bauen und ja, wir dürfen auf der Grundstücksgrenze bauen, wenn die Nachbarn einverstanden sind. Von außen soll es trotzdem nach zwei Einzelgaragen aussehen und somit gibt es zwei Einzeltore anstatt eines großen Tores. Ich muss an dieser Stelle aber anerkennen, zwei Einzeltore sehen optisch besser aus als ein großes Tor.

Ein weiterer großer Punkt war die Baugrenze und die Quadratmeterzahl. Die Baugrenze ist nur bei der Balkonanlage ein Problem. Denn es reicht nicht so ganz und wir sind ganz leicht über der Baugrenze. Nach langem Gezerre haben mein Mann und ich den „Kompromiss“ gefunden das Haus 11 x 11 m zu bauen und von der Straße 4,70 m statt bisher geplanten 5 m weg zu sein. Die insgesamt gesparten 60 Zentimeter  investieren wir in einen breiteren Balkon. Das mit der Quadratmeterzahl war ein größeres Problem. Auf unserer Straßenseite sind es vor allem Einfamilienhäuser und das größte hat eine Grundfläche von 125 qm. Zu diesen 125 qm zählt jeder Quadratmeter vom Balkon und auch unsere halbe Garage IM Haus. Im persönlichen Gespräch mit dem Bauamt verblieben wir mit der Bitte auch die Häuser auf der anderen Straßenseite zu berücksichtigen, denn diese sind definitiv größer. Ein Glück folgte das Bauamt dieser Bitte und wir können endlich anfangen in die Detailplanung zu gehen.

Jetzt müssen mein Mann und ich uns nur noch einig werden. Vieles ist bereits klar und manches muss noch zu Ende besprochen werden. Fragen wie, welche Treppe wollen wir oder welche Fliesen sollen es sein, sind noch ungeklärt. Ein großer Streitpunkt wird wohl noch die Küche. Da kommen noch harte Verhandlungen auf uns zu. Die Frage nach dem Sofa oder wie typisch schwedisch unser Schwedenhaus werden soll, ist dabei noch gar nicht gestellt wurden. Auch die Farbgestaltung ist noch unklar. Neongelbgrün mit blauem Dach wird es aber definitiv nicht. Ich wünsche mir ein graues Haus mit rotem Dach und mein Mann ein rotes Haus mit grauem Dach. Wobei ich mich auf mit einem blauen Schwedenhaus arrangieren könnte.

Bei der Gartengestaltung sind wir uns dagegen so gut wie einig. Details, wie Pflanzpläne sind noch unbesprochen und das von meinem Mann gewünscht Rolltor zur Einfahrt ist bei mir auch eher auf der Nein-Danke-Liste. Wir haben zumindest eine Idee wie der Garten mal irgendwann aussehen soll. Das einzige bisher ungelöste Problem ist die Auffüllung der untersten Terrasse. Wir möchten beide gerne eine ebene große Fläche. Auf unserem Hanggrundstück haben wir momentan vier angelegte, relativ schmale, Terrassen. Die oberste wird wohl für das Haus drauf gehen, da das neu beplante 2 m tiefer wird als das bisherige, bleiben noch drei Terrassen. Die größte (und schattigste) soll auf 2 Meter aufgeschüttet werden. Die übrigen zwei Terrassen könnte man gut und sinnvoll nutzen. Das Problem ist, wenn man mehr als 30 qm auffüllen möchte, braucht man einen Bauantrag. Bei uns sind 18,5 m in der Breite und in der Tiefe circa 3 m. Nach Adam Riese sind es  55,5 qm. Die Höhe spielt dabei erstmal nur zweitens eine Rolle. Unsere Nachbarn links und rechts und vor uns haben sich abgegraben und somit sitzt das Grundstück schon leicht erhöht. Das städtische Bauamt, oder auch Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt, findet das eher weniger gut, wenn wir uns nun weiter hocharbeiten und, zumindest gefühlt, über unsere Nachbarn thronen. Das links und rechts jeweils ein Gartenschuppen an der Grenze steht und unser Nachbar gegenüber eine 3 m hohe Hecke an der Grenze stehen hat, spielt dabei keine Rolle. Deswegen sind wir noch in Verhandlungen und bevor wir einen Bauantrag zur Aufschüttung stellen, kommt das Bauamt und das besagte Dezernat vorbei. Dann schauen wir uns gemeinsam die Gegebenheiten vor Ort an und finden hoffentlich eine Lösung.

Ich werde oft nach unserem angepeilten Einzugstermin gefragt. Seit Weihnachten antworte ich, heute in einem Jahr. An schlechten Tagen habe ich die Hoffnung verloren noch in diesem Jahrzehnt einzuziehen. Mein Mann pflegt immer zu sagen: So lange es dauert, so lange dauert es. Recht hat er…

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